Deutsche Geschichten
Kapitulation
Kapitulation
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Deutsche U-Boot-Waffe

Aus im Westen

Der amerikanische Oberbefehlshaber, General Dwight D. Eisenhower, sah darin zutreffenderweise den Versuch, Konflikte zwischen den Alliierten zu provozieren. Er bestand deshalb auf einer sofortigen und bedingungslosen Gesamtkapitulation, billigte den Deutschen jedoch eine Frist von 48 Stunden für die Übermittlung der Kapitulation an die Truppenteile der Wehrmacht zu. Am Morgen des 7. Mai 1945 unterzeichnete Jodl im Namen des deutschen Oberkommandos die Gesamtkapitulation aller Streitkräfte im Alliierten Hauptquartier im französischen Reims. Vorangegangen war die Kapitulation Berlins am 3. Mai, sowie Kapitulationen einzelner deutscher Verbände im Westen. Dadurch wollte die neugebildete Regierung Dönitz Zeit für möglichst viele Flüchtlinge im Osten gewinnen, um sie vor herannahenden sowjetischen Truppen zu retten.

Alfred Jodl

Stalin erschien die Kapitulation von Reims jedoch als nicht ausreichend, da sie nur in ungenügendem Maße den sowjetischen Prestigebedürfnissen entsprach. Auf seine Forderung hin wurde die Kapitulation der deutschen Wehrmacht noch einmal im Sowjetischen Hauptquartier in Berlin-Karlshorst unterschrieben. Wie bereits in Reims festgelegt, ratifizierten hier die hochrangigen deutschen Militärs Wilhelm Keitel, Hans-Georg von Friedeburg und Hans- Jürgen Stumpff in Anwesenheit von Marschall Georgi Shukow kurz nach null Uhr in der Nacht zum 9. Mai die Kapitulationsurkunde für alle Wehrmachtsteile.

Schattenkabinett in Flensburg

Damit war der Zweite Weltkrieg zwar formal beendet, es bestand jedoch noch bis zum 23. Mai ein deutsches "Schattenkabinett" unter Dönitz Leitung in dessen ehemaligem Marinehauptquartier in Flensburg. Erst an diesem Tag lösten die Alliierten auf Druck Moskaus die letzte deutsche Reichsregierung auf und übernahmen die Regierungsgewalt. Noch heute ist die Geschichtsforschung über viele Aspekte des Kriegsendes nicht zu einem abschließenden Urteil gelangt. Besonders die

handfesten Konflikte zwischen den USA, Großbritannien und der Sowjetunion um das Schicksal Polens überschatteten die letzten Kriegsmonate.

Geopferte Flüchtlinge

Um den Bestand der Allianz nicht in letzter Minute zu gefährden, machte der Westen dem sowjetischen Diktator einige weitgehende Zugeständnisse, die etwa den deutsch-polnischen Grenzverlauf betrafen. Zu den für die Westalliierten eher düsteren Episoden gehört auch der Umgang mit den "displaced persons". Zahlreiche Flüchtlinge aus der Ukraine und Weißrussland wurden von den westlichen Politikern an Stalin ausgeliefert, vom sowjetischen Geheimdienst verhaftet und später in Arbeitslagern ermordet. Die deutschen Kapitulationen vom 7. und 9. Mai 1945 setzten den Schlusspunkt unter das finsterste Kapitel deutscher Geschichte. Eine "offene Frage" hinsichtlich der Kriegsschuld, wie für den Ersten Weltkrieg, gibt es im Hinblick auf den Zweiten Weltkriegs nicht: Die Schuld lag eindeutig auf Seiten Deutschlands und seiner Führer. Dennoch haben Historiker noch ein weites Feld aufzuarbeiten, wenn es darum geht, die vielen Verbrechen an den Zivilbevölkerungen aller beteiligten Länder aufzuklären. Ohne das brutale Vorgehen der Roten Armee gegen die Menschen der ehemaligen deutschen Ostgebiete ist die merkwürdige Geschichte der deutschen Kapitulationen jedenfalls nicht erklärbar.

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Ostfront: Berlin

Kriegsziel: Kapitulation

Krieg galt lange als legitime Fortsetzung der Politik mit anderen Mitteln. Er hatte bestimmte Regeln und endete mit der Niederlage einer Konfliktpartei oder eben durch Kapitulation.
Die Kapitulation ist die Erklärung eines militärischen Befehlshabers an den Gegner, keinen Widerstand mehr leisten zu wollen. Sie ist so alt wie der Krieg selbst. Dabei war die Kapitulation von der Antike bis weit in die Neuzeit in der Regel immer an Bedingungen geknüpft. Der Unterlegene in einem Konflikt forderte für das Niederlegen der Waffen bestimmte Konzessionen ein. Das konnten territoriale Forderungen sein oder etwa Garantien für die Zivilbevölkerung gegen Plünderungen und Übergriffe. Genauso wie man den Unterlegenen noch mit Würde behandelte, durften die in den Gesprächen ausgehandelten Bedingungen nicht verletzt werden. Die explizite Forderung nach einer bedingungslosen Kapitulation tauchte erstmals

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