Deutsche Geschichten
1933
Machtergreifung
Die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler wurde am Abend des 30. Januar 1933 von der NS-Propaganda als "Machtergreifung" gefeiert. Die Zerstörung der rechtsstaatlichen Verfassungs-
ordnung war die Folge >>>

Reichstagsbrand
Am Abend des 27. Februar 1933, kurz nach der Machtergreifung, brannte das Reichstagsgebäude in Berlin. Hitler hatte in den Kommunisten schnell die Täter gefunden und nutzte diese willkommene Propaganda für seine Zwecke >>>

Ermächtigungsgesetz
Am 23. März 1933 trat ein Gesetz in Kraft, wonach legislative Änderungen ohne Beteiligung des Reichstages und des Reichsrates durchgesetzt werden konnten. Trotz leisem Protest hielt dieser verfassungswidrige Ausnahme-
zustand bis zum Ende des 2. Weltkrieges >>>

Bücherverbrennung
Reichsminister Joseph Goebbels ordnete am 13. März 1933 die "Verbrennung undeutschen Schrifttums" an. In Berlin und anderen deutschen Universitäts-
städten regierte die Feuersbrunst >>>

Das Dritte Reich
Als Reichspräsident von Hindenburg am 30. Januar 1933 den »Führer« der NSDAP, der stärksten Fraktion im Reichstag, Adolf Hitler, zum Kanzler Deutschen Reiches ernannte, war das eine seit 1930 von ihm praktizierte präsidiale Amtshandlung, mit der die parlamentarische Verfassung umgangen wurde. Unmittelbar nach der Machtübernahme setzte der Wahlkampf für die Reichstagswahlen am 5. März 1933 ein und damit auch die Verfolgung der politischen Gegner durch die jetzt den Polizeiapparat beherrschenden Nationalsozialisten.

Nunmehr wurden alle demokratischen Funktionen ausgelöscht, die Länder gleichgeschaltet, alle Parteien, mit Ausnahme der NSDAP, verboten, die Gewerk-schaften aufgelöst. Nach sechs Monaten war die nationalsozialistische Machtergreifung vollendet.
Die Ausgrenzung der Juden, wie in Hitlers Programm vorgesehen, hatte schon am 1. April 1933 mit dem »Judenboykott« begonnen. Seitdem war sie mit unzähligen Verordnungen und Gesetzen, darunter die Nürnberger Gesetze von 1935, die die Juden ihrer Bürgerrechte beraubten, fortgesetzt worden. Am 9. November 1938 fand auf Veranlassung Goebbels im ganzen Reich eine Pogromnacht statt, in der jüdische Gotteshäuser niedergebrannt, jüdische Geschäfte zerstört, jüdische Menschen misshandelt, inhaftiert und ermordet wurden. Die bisherige Auswanderungs-bewegung wurde jetzt zur Massenflucht. Hitler hatte den Krieg um »Lebensraum« von Anfang an eingeplant. Aber weder die unmenschliche Kriegführung noch die Vernichtung des europäischen Judentums wären möglich gewesen, hätte es nicht zahllose Mittäter und Helfer gegeben: voran Hitlers verschworene Paladine Göring, Goebbels und Himmler, dann die vielen Mitver-antwortlichen in Führungsstellen der Partei und des Staates, der Wirtschaft und der Wehrmacht, die Befehlsempfänger, Vollstrecker und skrupellosen Fanatiker und nicht zuletzt die vielen Tausend willfähriger und gedankenloser Mitläufer.



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